Archiv der Kategorie: Übersetzen

Regel 10: Gier ist unendlich

Es weihnachtet wieder – und es ist Zeit für den Adventskalender.
Nach einem turbulenten Jahr habe ich mich entschieden, meinen Beruf einmal von der heiteren Seite zu betrachten – und bediene mich dazu der Erwerbsregeln der Ferengi aus den Star-Trek-Serien (Raumschiff Enterprise), den Rules of Acquisition. Ich wünsche in den kommenden Tagen bis Weihnachten viele vergnügliche Lesestunden.

Regel 10: Gier ist unendlich

Seit Wochen warte ich auf die Zahlung eines englischen Kunden. Prima, denke ich, das Geld generiert auf seinem Konto Zinsen, nicht auf meinem. das wussten schon die Ferengi aus Star trek: Gier ist unendlich.
Auf Kosten anderer, versteht sich.
Und ich übersetze ja auch nur, weil es mir Freude macht. Geld, wer braucht das schon? Es ist im Grunde vollkommen überbewertet.
Aber wenn das Geld dieses Kunden endlich eintrifft, mutiere ich selbst zum Ferengi und denke an Regel 1: Hast Du erst ihr Geld, gib es nie zurück.

Und da ich ja Übersetzerin bin, habe ich hier die englische Übersetzung – und die sogar gratis:
Once you have their money, never give it back.

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Fragen sind keine Bildungslücke

Wie war das noch? Hieß das jetzt „Stoßfänger“ oder „Stoßstange“? Da muss ich bei meinem Kunden nachfragen, welchen Begriff er lieber hätte.

Als Übersetzerin komme ich immer wieder in die Situation, dass ich auf Begriffe stoße, die mehrere Übersetzungsmöglichkeiten zulassen. Website des Kunden und/oder anderes Referenzmaterial lassen keine Rückschlüsse auf die im Unternehmen genutzten Begriffe zu. Also bleibt nur eine Lösung: Den Kunden anschreiben und fragen.

Was passiert nun? Es kann zweierlei passieren. Entweder beantwortet der Kunde die Frage und hilft gerne weiter oder er bleibt stumm. Leider kommt die zweite Option meiner Erfahrung nach häufiger vor.
Warum? Fragen werden in Unternehmen oft als Schwäche angesehen, als Bildungslücke. Nur den wenigsten Unternehmen ist bewusst, dass Fragen in der Übersetzerbranche zum Handwerk gehören, ja, Grundlage für eine vernünftige Übersetzung sind! Immerhin sind diese Übersetzungen für viele Unternehmen oft die Basis für den internationalen Markt. Wer sich schlecht verkauft, also beispielsweise eine schlecht übersetzte Beschreibung liefert, ist raus, verliert Kunden und Ansehen.

Die eingangs genannten Begriffe zeigen, dass es durchaus unterschiedliche Übersetzungen für ein und das gleiche Teil geben kann. Während Automobilhersteller A lieber „Stoßfänger“ nutzt, spricht man bei Automobolhersteller B lieber von „Stoßstange“. Auf den ersten Blick ist kein Unterschied zu erkennen, immerhin ist es dasselbe Teil.
Allerdings gibt es gerade in mittleren und großen Unternehmen eine sogenannte Corporate Language (CL), die im Unternehmen verwendete (Fach-)Sprache.

Als Übersetzerin stehe ich nun vor der Frage, welche CL in dem unternehmen genutzt wird, für das ich gerade übersetze. Gibt mein Auftraggeber mir keine Hinweise, stehe ich so manchem Begriff recht hilflos gegenüber, denn ich kann ja nicht wissen, welchen Begriff mein Kunde nutzt.

Es bleibt mir also nur fragen. Wir Übersetzer haben also keine Bildungslücken, wenn wir nachfragen. Im Gegenteil, wir bitten um Informationen, die uns helfen, Ihren Text und Ihre sprachliche Basis für den internationalen Markt optimal zu übersetzen.

Bitte antworten Sie Ihrem Übersetzer – es geht um Ihren Ruf!

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Warum „billig“ das falsche Ziel ist

Der Trend zur Billigübersetzung ist ungebrochen. Unternehmen versuchen permanent, ihre Ausgaben zu senken, da werden alle Posten unter die Lupe genommen – Übersetzungen natürlich auch. Welche Folgen hat dieses Vorgehen?

Bei der Budgetplanung für das Folgejahr werden Kostenstellenleiter meist gebeten, ihre Kosten zu reduzieren. Da gibt es die dicken Posten, an denen gekratzt wird, und auch die kleineren, die – wenn sie denn ganz ersatzlos gestrichen werden – demjenigen, der das Budget genehmigt, Zufriedenheit verschafft. Ein Jahresabo für eine Fachzeitschrift? Unnötig – gestrichen! Hach, wie gut das tut! Dass man dadurch Gefahr läuft, nicht mehr auf dem Laufenden der technischen Entwicklungen zu sein, ist doch nicht so schlimm – oder?

Übersetzungen sind für Budgetwächter ein gefundenes Fressen, und ihre Notwendigkeit wird in vielen Firmen Jahr für Jahr systematisch in Frage gestellt. So fällt dann immer wieder etwas weg: der interne Newsletter, die internen Personalinfos, Presseartikel über die Wettbewerber usw. Intern arrangieren sich die Menschen, lernen mehr schlecht als recht die Konzernsprache (wenn es nicht die englische Sprache ist), nehmen mit der meist englischsprachigen Version vorlieb (denn: Englisch kann ja heute jeder!) oder ignorieren die Infos – man muss ja auch mal ein Risiko eingehen. Übrigens werden bei solchen Streichaktionen in den seltensten Fällen die externen Dienstleister, die bisher mit der Übersetzung dieser Texte betraut waren, informiert. Der Übersetzer wird’s schon merken, wenn plötzlich das, was regelmäßig eintrudelte, nicht mehr kommt.

Sind bestimmte Übersetzungen doch unverzichtbar, wird viel häufiger als bisher geprüft, ob es denn irgendwo „günstiger geht“. Die Abteilung Einkauf wird beauftragt, die Sachlage zu untersuchen. Sicher legitim, schließlich macht das auch jeder Privatmensch, der einen Fernseher oder einen Staubsauger kaufen will. Hat bisher jemand in Deutschland, Frankreich oder Großbritannien die Texte bearbeitet, könnte man doch ermitteln, ob die Preise bei Übersetzern in Südeuropa nicht etwas günstiger sind. Ja, das sind sie.

Moment mal … Im Zeitalter von Internet, Skype und Globalisierung könnte man doch auch prüfen, wie es sich mit den Preisen auf anderen Kontinenten verhält. In Ländern wie Indien oder China betragen die Wortpreise nur noch einen Bruchteil dessen, was hierzulande üblich ist. Wie bitte? 1 oder 2 Cent pro Wort? Ja, und es finden sich immer wieder Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer, das will ich hier und heute nicht besprechen – bereit sind, dafür oder hier in Europa auch für 5 oder 6 Cent pro Wort zu arbeiten.

Der überwiegende Teil (schätzungsweise 80-90% % des Übersetzungsaufkommens) des weltweiten Übersetzungsbedarfs – in Englisch gerne als bulk market (Massenmarkt) bezeichnet – betrifft Texte, bei denen es durchaus genügt, wenn sie „mittelmäßig bis ganz gut“ übersetzt sind. Schließlich müssen sie ja „nur“ verständlich sein, wie der Kunde häufig erwähnt. Diese Übersetzungen dienten ja, so die Erklärung, keinem „höheren / wichtigen“ Zweck, denn sie sind naturgemäß schnell vergänglich, weil sie einem punktuellen Ziel oder Bedarf gerecht werden. Daher können sie von Übersetzern angefertigt werden, die mit hohem Output im unteren bis mittleren Preissegment angesiedelt sind. Damit soll dieser Bereich keineswegs abgewertet werden.

Im Massenmarkt sei es „nicht so schlimm“, wenn Übersetzungen nicht 100 % korrekt sind, meinen die entsprechenden Entscheider, die nicht selten auch für eine maschinelle Übersetzung optieren. Wird diese anschließend von einem sog. Human Translator geprüft und korrigiert (man spricht von Post-Editing), dann hat die Zielgruppe des übersetzten Textes gute Chancen, ein ordentliches Ergebnis zu bekommen. Wird dieser Vorgang von den Geldgebern als überflüssig erachtet, dann hagelt es Fehler, die im besten Fall lustig und meist peinlich sind, im schlimmsten Fall zu Unfällen mit Personenschaden führen können.

Der jüngste peinliche Fall ist die Fehlübersetzung der Website der chinesischen Alibaba Group. Da veranstaltet ein Riesenkonzern einen der größten Börsengänge aller Zeiten und sammelt dadurch mehrere Milliarden Dollar ein und spart an den Übersetzern. Ergebnis: „Die deutsche Internetpräsenz ist leider der größte Sprachunfall der Geschichte“, titelte die FAZ am 19. September 2014.  Was sagt das aus? Ganz einfach: Dass dem Unternehmen der deutsche Markt sch***egal ist. Wenn aus „body parts“ (engl. für Karosserieteile) „Körperteile“ gemacht werden oder „100 % indische jungfrau menschenhaar“ angeboten wird, da fehlen einem die Worte.

Wenn auf einer Speisekarte im Ausland „extrem hübsche Hasenbeine“ angeboten werden, finden das die meisten lustig. Wenn Billigübersetzungen nicht nur peinliche Pannen, sondern ein Sicherheitsrisiko darstellen, ist allerdings das Ende der Verständnisfahnenstange erreicht. Bei technischen Unterlagen zu Maschinen und Fahrzeugen, Berechnungen in Konstruktionsplänen u.ä. Texten ist ein „Sparen am Übersetzer“ fehl am Platz – das leuchtet ein. Stellen Sie sich vor, dass aufgrund eines Übersetzungsfehlers ein Flugzeugtriebwerk ausfällt oder aber der Airbag eines in Serie gefertigten Autos im Bedarfsfall nicht ausgelöst wird und deshalb eine kostspielige Rückrufaktion durchgeführt werden muss.

Aber auch im Bereich Marketing, wo es um die Botschaft eines Unternehmens, um Produktnamen und Erläuterungen zu deren Nutzung geht, kann einiges schief gehen – und nicht nur wegen der berühmten falschen Freunde, die bei dem wohlduftenden „morning mist“ die Vorstellung von unangenehmer Landluft wecken. Beispiele werden in Hülle und Fülle u.a. auf Facebook und Twitter gepostet.

Firmen, die im Premiumbereich tätig sind und ihre Premiumprodukte vermarkten, achten darauf, Premiumübersetzer zu beauftragen. Warum? Weil die Kosten für fehlerhafte Übersetzungen – vom angeschlagenen Image bis hin zu tatsächlichen Verlustgeschäften – so hoch sind, dass das Risiko von Fehlübersetzungen nicht zu verantworten wäre. Und schließlich zeigt auch die gute Übersetzung einer Website, einer Presseinfo oder einer Bedienungsanleitung, dass das Unternehmen seine Kunden wertschätzt, wie bereits in meinem früheren Blogpost „Gute Übersetzung – Wertschätzung des Endkunden“ erläutert wird.

Während der Massenmarkt für Übersetzungen, der im Wesentlichen über Agenturen von schätzungsweise 90 % der Übersetzer bedient wird, die einem kontinuierlichen Preisdruck ausgesetzt sind, suchen die Kunden im sog. Premiummarkt händeringend nach Spitzenübersetzern und zahlen ihnen gerne Spitzenpreise. Warum? Das ist es ihnen wert. Und weil Übersetzer, die auf diesem gewünschten hohen Level, mit den geforderten Fachkenntnissen und der benötigten Sprachgewandheit arbeiten, relativ rar sind. Warum? Diese Frage werde ich in einem anderen Blogpost versuchen zu beantworten.

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Für diesen Gastbeitrag bedanke ich mich herzlich bei meiner geschätzten Kollegin Giselle Chaumien des Rüsterweg-Blogs.

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Wie wichtig ist Recherche für eine gute Übersetzung?

Blogwichteln im TexttreffBlogwichtel-Beitrag von Alice Scheerer aus dem Netzwerk Texttreff, herzlichen Dank dafür!

Informationsspezialisten und Übersetzer haben vieles gemeinsam. Die Begeisterung für Geschichten und Geschichte des Informationsspezialisten geht einher mit einer Begeisterung für Sprache, wenn es auch nur die eigene Muttersprache ist. Nicht ohne Grund war der Sprachapostel Bastian Sick vor seiner Karriere jahrelang Dokumentationsjournalist.
Auch in der Fremdwahrnehmung von Informationsspezialisten und Übersetzern finden sich Parallelen. Die plakativste: Beide sind angeblich durch Google-Services ersetzbar.

Was viele nicht wissen: Auch Übersetzer müssen recherchieren. Und genau wie die Informationsspezialisten brauchen Übersetzer ein kontrolliertes Vokabular, um ihre Kunden zügig und ohne Nachbesserungen bedienen zu können.

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Welttag der kulturellen Vielfalt

Heute am 21. Mai ist UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt. Da Kultur und Sprache untrennbar miteinander verbunden sind, widmen auch wir uns heute im Traduteca-Übersetzer-Blog diesem Welttag.

Welttag der kulturellen Vielfalt

Welttag der kulturellen Vielfalt

Wie der Altbundeskanzler Helmut Schmidt so treffend formulierte „Sprachen sind bei weitem das wichtigste Vehikel kultureller Entfaltung und zugleich das wichtigste Element nationaler – übrigens auch persönlicher Identität.“ Als Übersetzer oder besser Sprachmittler üben wir die Rolle des Vermittlers nicht nur zwischen verschiedenen Sprachen, sondern zwischen unterschiedlichen Kulturen aus. Zum Übersetzen gehört es nicht allein die Ausgangs- und die Zielsprache zu beherrschen, sondern vielmehr auch ein Verständnis für beide Kulturen zu haben. Natürlich müssen wir das (Fach-)Vokabular der Sprachen beherrschen, aber es ist gerade dieses Kulturverständnis, was die besondere Qualität einer Übersetzung ausmacht. Dies zeigt sich insbesondere bei maschinell übersetzten Texten à la Google Übersetzer. Gerade hier werden die Grenzen der Maschine sichtbar.

So möchten wir heute die kulturelle Vielfalt und die Sprachenvielfalt feiern und uns der UNESCO-Aktion auf Facebook „Do One Thing For Diversity and Inclusions“ anschließen.

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Übersetzen und Star Trek – Teil 2: Die Grenzen des Universalübersetzers

Aufmerksamen Zusschauern der Star Trek-Folgen ist die Bedeutung des Universalübersetzers nicht entgangen. Er sorgt dafür, dass sich Spezies, die verschiedene Sprachen sprechen, verstehen und miteinander kommunizieren können. (Siehe auch „Universalübersetzer“ in unserer Star-Trek-Serie.)

Doch auch der Universalübersetzer stößt an Grenzen, so geschehen in der Folge Darmok der Serie Raumschiff Enterprise – Die nächste Generation. Captain Picard und seine Mannschaft treffen hier auf ein Schiff der Tamarianer, einer bislang kaum bekannten Spezies. Doch die Kommunikation klappt auch jetzt, fast 100 Jahre nach dem ersten Kontakt mit ihnen, alles andere als reibungslos. Denn der Universalübersetzer ist zwar in der Lage, die Worte als solche zu übersetzen, aber ihr Sinn bleibt ungewiss.

Erst im Verlauf der Folge findet Counselor Troi, die Schiffspsychologin, heraus, dass die Sprache der Tamarianer auf Metaphern basiert. So steht die Metapher „Shaka, als die Mauern fielen“ für „einen Fehlschlag erleiden“. Es stellt sich auch heraus, dass die Metaphern auf der tamarianischen Mythologie basieren, die kein Teil der Programmierung des Universalübersetzers ist. Es ist wohl darauf zurückzuführen, dass er deshalb zwar die Worte als solche, nicht aber ihren Sinn widergeben kann.

Die Problematik dieser Episode erinnert teilweise an maschinelle Übersetzungen in unserer heutigen Zeit. Hier ist es bisher auch so, dass zwar die Worte des Ausgangstexts übersetzt werden, aber diese oftmals nur teilweise bis gar keinen Sinn ergeben. An dieser Stelle passiert dasselbe wie in der oben beschriebenen Star-Trek-Folge: Ein Mensch kümmert sich darum, die zunächst sinnlos erscheinende Übersetzung so zu bearbeiten, dass sie am Ende einen Sinn ergibt. Ohne menschliches Zutun funktionieren Übersetzungen nicht. Deshalb ist es sinnvoll, sich in der Gegenwart einen Übersetzer zu leisten – so wie der Captain der Enterprise sich ganz bestimmt darum kümmert, die Metaphern der tamarianischen Sprache und deren Bedeutung in den Universalübersetzer einzugeben.

Freuen Sie sich auf weitere Beiträge zum Thema Star Trek in unserem Traduteca-Mai-Spezial im Übersetzer-Blog!

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Übersetzertage 2013 in Heidelberg

Unter dem Motto „Achtung Wortwechsel!“ starten heute die 9. Baden-Württembergischen Übersetzertage.

Die Übersetzertage finden seit 1998 im 2-Jahres-Rhythmus statt, um das Thema Literaturübersetzung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Übersetzer, Dolmetscher und Sprachinteressierte können sich bis zum 17. Mai auf ein abwechslungsreiches Programm freuen.

Übersetzertage 2013 in Heidelberg

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Übersetzen und Star Trek – Teil 1: Der Universalübersetzer

Star Trek zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass es sich Themen annimmt, die in anderen Science-Fiction-Serien nur eine kleine oder keine Rolle spielen. Dazu gehört auch auch die Frage, wie die verschiedenen Spezies in den Serien und Filmen miteinander kommunizieren. Dass alle das Englische der Erde sprechen, ist nicht anzunehmen.

In StarTrek bedienen sich die Macher daher eines kleinen Tricks, vielmehr eines Geräts namens Universalübersetzer, auch Universaltranslator genannt.  In diesen sind die Grundstrukturen bekannter Sprachen einprogrammiert. Bei Gesprächen mit Angehörigen anderer Spezies wandelt er die Sprache des Sprechenden in die des Gegenübers um. Dazu gehört auch die Dämpfung der Heimatsprachen der Sprechenden, sodass nur noch die gedolmetschte Version zu hören ist. Zudem bleiben die Stimmcharakteristika erhalten, sodass Emotionen wie Zorn, Wut, Freude oder Trauer auch in der gedolmetschten Fassung immer noch transportiert werden.

Neben dem reinen Dolmetschen bekannter Sprachen kann der Universalübersetzer auch Matrizen bislang untbekannter Sprachen erstellen. Dazu benötigt er umfangreiches Sprachmaterial.  Das einfachste Mittel zur Erlangung diesen Materials ist, die Leute reden zu lassen. Der Universalübersetzer nimmt diese Informationen auf, analysiert es und erzeugt daraus eine Übersetzungsmatrix. Mit dieser ist es dann möglich, mit den Sprechern dieser neuen Sprache zu kommunizieren.

Interessant ist die auch Tatsache, dass sich der Universalübersetzer in der Zeitlinie des Star-Trek-Universums entwickelt. So ist der Universalübersetzer im 22. Jahrhundert – zur Zeit der fünften Serie Star Trek: Enterprise – noch ein etwa taschenlampengroßes Gerät. Im 23. Jahrhundert, zu Zeiten des berühmten Captain Kirk, sieht der Universalübersetzer wie ein aufklappbares Handy aus, während er im 24. Jahrhundert schon so klein ist, dass er bei der Sternenflotte im Kommunikator integriert ist.

Bei anderen Spezies hat der Universalübersetzer andere Bauformen. Bei den Ferengi, einer nur nach Profit strebenden Spezies, sitzt er etwa direkt im Ohr.

Eines scheint in der Star-Trek-Zeit immer noch so zu sein wie heute: Übersetzen und Dolmetschen wird gerne verwechselt. Sonst würde der Universalübersetzer eher Universaldolmetscher heißen, denn seine Aufgabe ist es ja – wie bei Dolmetschern heute – die gesprochene Sprache zu übertragen und nicht wie beim Übersetzen die geschriebene.

Folgen Sie unserem TradutecaÜbersetzer-Blog-Spezial im Mai!

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Datenbank Termdat ist online

Eine gute Nachricht für Übersetzer der Sprachkombinationen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Romanisch: Seit einiger Zeit ist die Terminologiedatenbank Termdat der Schweizerischen Bundeskanzlei online. Die Datenbank verzeichnet aktuell ca. 400.000 Einträge aus dem Rechts- und Verwaltungsbereich der Landessprachen der Schweiz.

Übersetzer der Sprachkombinationen Deutsch, Italienisch, Französisch, Romanisch und Englisch finden hier neben Fachwörtern aus dem Rechts- und Verwaltungsbereich, Termini aus zahlreichen weiteren Gebieten wie Bildung, Energie, Handel, Industrie, Finanzen, Politik, Wirtschaft, Kultur, Informatik, Technik, Telekommunikation, Landwirtschaft, Naturwissenschaften, Medizin, Umwelt, Verkehr und Militär. Außerdem bietet die Datenbank weitere Informationen wie Bezeichnungen und Abkürzungen schweizerischer und internationaler Behörden, Institutionen und Organisationen oder auch Titel und Abkürzungen sämtlicher Bundeserlasse.

Die Datenbank Termdat wird von der Sektion Terminologie der Schweizerischen Bundeskanzlei betrieben, die bei ihrer Arbeit mit verschiedenen internationalen Terminologie-Institutionen, u.a. mit den Verantwortlichen der europäischen Terminologie-Datenbank IATE oder dem Rat für Deutschsprachige Terminologie (RaDT) kooperiert.

Das nützliche Werkzeug kann über folgenden Link aufgerufen werden: https://www.termdat.bk.admin.ch/Search/Search

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Internationaler Tag der Muttersprache

Am 21. Februar 2013 ist Internationaler Tag der Muttersprache

Im Jahre 2000 von der UNSCO ins Leben gerufen, soll der Gedenktag zur Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit beitragen. Denn nach Schätzung der UNESCO droht fast die Hälfte der weltweit ca. 6000 gesprochenen Sprachen zu verschwinden. Und das in einem rasanten Tempo. So wird die Welt alle 14 Tage um eine Sprache ärmer. Im Atlas der bedrohten Sprachen sind solche Sprachen verzeichnet.

Der diesjährige Fokus des Gedenktages liegt auf dem muttersprachlichen Unterricht. Wie wichtig die Pflege der Muttersprache ist, zeigt sich beispielsweise angesichts des zunehmenden Einflusses v.a. des Englischen auf andere Sprachen oder auch in der immer wieder angeprangerten schwinden Sprachkompetenz.

Auch und gerade im Bereich der Übersetzung ist die Muttersprache und deren Pflege von besonderer Bedeutung, denn für viele Übersetzer ist das Muttersprachenprinzip ein Grundpfeiler für Qualität und Professionalität. In den meisten Fällen wird immer von der Ausgangssprache in die Muttersprache übersetzt. So wird gewährleistet, dass alle Nuancen und kulturellen Sprachbesonderheiten berücksichtigt werden. Dieses Prinzip wird auch von Traduteca strikt eingehalten.

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